Konfliktfalle #Generationenvielfalt oder #Diversität. Generationen Y und Z: Chance oder Sargnagel in Unternehmen?

Wer muss sich hier wem anpassen? Die Jungen den Alten, weil Letztere mit ihrer Erfahrung einfach wüssten, wie der Hase laufe? Oder drängen Digitalisierung und VUKA ältere Arbeitnehmer zurecht immer mehr aufs Abstellgleis, weil nur mehr agil und innovativ zählt? 

Agilität als die alleinig gültige Metastrategie?

Wir müssen agiler werden! Schon mal gehört? Oder kam es vielleicht sogar schon das eine oder andere Mal über Ihre Lippen? Immer dann, wenn Kunden unzufrieden, Konkurrenten zu schnell oder die Zusammenarbeit im Unternehmen zu bürokratisch und kompliziert wird, glaubt man die Lösung in mehr Agilität zu finden. Insbesondere junge Arbeitnehmer stoßen sich daran, wenn Kundenbedürfnisse unbefriedigt bleiben, nur weil interne Entscheidungs- und Freigabeprozesse es nicht erlauben. Oder wenn jegliche Neuerungen mit einem „Das funktioniert bei uns nicht“ niedergeschmettert bzw. eingefahrene Strukturen mit einem „Das war bei uns schon immer so“ gerechtfertigt werden. Müssen wir Erfahrenen die Jungen hier wirklich vor ihrer eigenen Naivität schützen? Oder sollten wir sie anhören und die Energie, die sie mitbringen, für das Unternehmen nutzen?  

Die VUKA-Generationen

Bei allem Respekt vor Alter und Erfahrung müssen wir Vertreter der Generationen X und Babyboomer wohl anerkennen, dass die jungen Arbeitnehmer der Generationen Y und Z mit so einigen Gegebenheiten unserer VUKA-Welt besser umgehen können, als wir es tun. Als Digital Natives nutzen sie sowohl digitale Kommunikationsmedien wie digitale Tools souverän. Aufgewachsen in einer Zeit fundamentaler Umbrüche (9/11, Bankenkrise, Flüchtlingskrise etc.) wissen Sie, dass Dinge ganz schnell anders werden können und Bewährtes auf einen Schlag wirkungslos werden kann. Während viele ältere Arbeitnehmer noch immer versuchen, Informationen und Erfahrungen aus der Vergangenheit als Entscheidungsgrundlagen heranzuziehen, sind Ypsiloner und Ztler auf „Inspect and Adapt“ eingestellt. Kurz: All diese Ausprägungen unserer VUKA-Welt, die viele Traditionalisten fordern, sind für junge Arbeitnehmer schon seit der Zeit Ihres Aufwachsens Realität. Sie haben sich daran angepasst. 

Vielfalt erkennen und nutzen bedeutet auch Führung in Diversität

Wer mich kennt, weiß, dass ich weder Gegner noch enthusiastischer Befürworter von Agilität bin. Als kritischer Beobachter dieser sich zu meinem Bedauern zunehmend zum Hype entwickelnden Agilitätsbewegung, weiß ich, dass ein bestimmtes Maß an Anpassung an die Dynamik des Kontexts notwendig ist. 

Dort, wo es der Kontext fordert und die beteiligten Menschen die dafür notwendigen persönlichen Voraussetzungen mitbringen, kann Agilität ganz klare Vorteile bringen. Nutzen Sie genau in diesen Bereichen die Kompetenzen junger Arbeitnehmer! 

Gestehen Sie Ihnen Verantwortung und Entscheidungsbefugnis zu und geben Sie Ihnen einen Raum zur Entfaltung. Ermöglichen Sie es ihnen, ihre Kompetenzen in einem ausgewählten Projekt, einer Abteilung oder sogar in einem Spin-off unter Beweis zu stellen. Vergessen Sie dabei aber nicht, Ihre Youngstars zu führen und zu coachen. Sie mögen kompetent in vielen Dingen sein, doch benötigen sie das Feedback eines reifen Gegenübers für ihre Weiterentwicklung genau so wie die Luft zum Atmen.  

WÜRZBURGER’S FAZIT

Für Unternehmen wird es immer erfolgskritischer werden, ob sie in der Lage sind, die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter für sich zu nutzen. Die Fähigkeiten junger Arbeitnehmer sich virtuos in der digitalen Welt zu bewegen oder souverän mit Unsicherheit und Komplexität umzugehen, sollten in Unternehmen gezielt eingesetzt werden. Dabei ist jedoch unter keinen Umständen zu vergessen, dass diese jungen Arbeitnehmer insbesondere dann, wenn ihnen Gestaltungsspielraum und Entscheidungsbefugnis eingeräumt werden, geführt und gecoached werden müssen. Sie mögen viele für die VUKA-Welt erfolgskritische Kompetenzen mitbringen, können aber insbesondere im persönlichen und sozialen Kompetenzbereich Defizite aufweisen, an denen gearbeitet werden muss. 

Der Mensch darf nicht unter die Räder kommen! Agilität braucht Reife und damit sowohl die Kompetenzen der jungen Arbeitnehmer als auch die Erfahrung älterer Arbeitnehmer. 

Wie der Weg zum agilen Menschen aussehen kann, egal ob Generation X, Y oder Z, lesen Sie in meinem Buch, „Die Agilitätsfalle“. 

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